|
|
Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz

Osterbrunnen in Waischenfeld (Vorstadt)
Weit verbreitet ist in dem Landstrich Fränkische Schweiz das Schmücken von Brunnen mit Girladen und bemalten Eiern in der vorösterlichen Zeit. Obwohl die alt hergebrachte Tradition ihren Ursprung in der Fränkischen Schweiz nahm, und zuerst nur dort ausgeführt wurde, hat sie sich sich inzwischen in ganz Deutschland verbreitet. Zu verdanken ist der Brauch angeblich auch der früheren Wasserknappheit des Juras. Die Bevölkerung dankte so früher für den lebenserhaltenden Quell, der es möglich machte, das Vieh zu tränken und die Felder zu bestellen. Wobei der Umstand, als Objekt der Bemühungen einen Brunnen zu wählen, sehr geschickt gewählt war - symbolisierte das Wasser, in Verbindung mit den Eiern - schon von jeher das Leben. Heutzutage haben die geschmückten Osterbrunnen beinahe Kultstatus erreicht und dienen als Touristenmagnet in den verschiedenen Fremdenverkehrsorten in der Fränkischen Schweiz. Doch sehenswert sind die Brunnen allemal und für jedermann: Schon so mancher Einheimischer hat ebenfalls seine Kamera hervorgeholt und sich auf den Weg gemacht, um sich alljährlich die verschiedenen Brunnen zu betrachten.
Diese gibt es in allen erdenklichen Größen und Formen und an zahlreichen verschiedenen Orten. Erwähnenswert ist der Osterbrunnen in Bieberbach,der größte seiner Art mit rund 12000 Eiern, hat er es 2001 sogar in das "Guiness-Buch der Rekorde" geschafft. Meistens wird er, wie auch die anderen Brunnen in der Fränkischen Schweiz, am Karsamstag geschmückt und bleibt dann bis zwei Wochen nach dem Osterfest stehen.
Die vielen Urlaubsgäste, die sich diese Kunstwerke in den verschiedenen Ortschaften und Gemeinden begeistert anschauen, können sich oft nicht vorstellen, wie viel Arbeit in solch einen Brunnen steckt: Das ganze Jahr über müssen fleissig Eier (manchmal werden auch Straußeneier mit verwendet) gesammelt, ausgeblasen und dann farbig verziert werden.

Beim Osterbrunnen
Häufig ist an der Gestaltung die ganze Dorfgemeinde aktiv beteiligt. Da man jedoch jedes Jahr einen gewissen Teil an Eiern einrechnen muss, der durch die Lagerung oder dann beim Schmücken zu Bruch geht, muss der verfügbare Ersatzbestand dementsprechend groß sein. Der Arbeitsaufwand in der Vorbereitungszeit ist immens, und es ist auch immer wieder Vandalismus an den Osterbrunnen zu beobachten. Deshalb sind einige Gemeinden dazu übergegangen, an ihren Brunnen statt herkömmlicher Eier bunte Plastikeier zu verwenden.
Schmücken in Dörfern und Gemeinden oftmals die älteren Frauen den Osterbrunnen, tut dies in Waischenfeld der Heimat- und Verschönerungsverein. Seit einigen Jahren helfen auch Urlaubsgäste tatkräftig mit, diesen schönen, sehenswerten Brauch in dem oberfränkischen Luftkurort zu erhalten. In Waischenfeld gibt es sogar zwei Brunnen zu bestaunen: Den kleineren am "Hinteren Tor" und den größeren - mit ca. 2600 Eiern bestückt - in der Vorstadt.
|